Ev. Luth. Kirchengemeinde Ledeburg Stöcken
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Geschichte der Corvinuskirche




Als aus dem alten Dorf Stöcken allmählich und stetig ein Stadtteil Hannovers geworden war, ergab sich die Notwendigkeit, für den Stöckener Teil der Kirchengemeinde Marienwerder eine Außenstelle mit einem Gemeindezentrum zu gründen.


So entstand 1927 die erste Kirche, das heutige Gemeindehaus, das damals im wesentlichen aus einem Kirchenraum mit Pfarrhaus und Nebenräumen bestand. Bis zur Einweihung der neuen Corvinuskirche im Jahre 1962 diente der alte Kirchenraum den Stöckenern als gottesdienstliche Versammlungsstätte. Der hölzerne Altaraufsatz sowie die auf ihn bezogenen Apostelgestalten aus Holz aus der alten Kirche haben jüngst gründlich restauriert einen würdigen Platz im hinteren Bereich der Kirche erhalten.

Nach der Verselbständigung der Corvinuskirchengemeinde im Jahre 1949 und im Gefolge der starken Ausweitung des Stadtteils reiften die Pläne für den Bau der neuen Corvinuskirche heran. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs und in Anknüpfung an vorausgegangene Entwürfe fiel die Wahl auf Regierungsbaumeister a.D. Roderich Schröder als Architekten des Kirchenneubaus. Aufgrund der Lage des Grundstücks bot sich das in der Tradition verankerte Prinzip eines Zentralbaus an, der sich in Form eines regelmäßigen Fünfecks konsolidierte. Der Baukörper mit seinen an den Ecken heruntergezogenen Dachflächen sollte ein Zelt symbolisieren - als Ausdruck für das wandernde Gottesvolk im Alten Bund. Die beiden seitlichen Fensterpartien erlauben einen großen Lichteinfall. Innen und außen wurden Materialien gewählt, die einander entsprechen - so der wärmende handgestrichene Ziegelstein des Mauerwerks und der Schiefer auf dem Dach und auf dem Fußboden der Kirche.

Der 35 Meter hohe Glockenturm als Träger für drei bereits früher angeschaffte Glocken und die Sakristei mit Nebenraum setzen sich an den Seiten der Kirche mittels der Durchgänge aus Holz und Glas vom eigentlichen Baukörper ab. Das vergoldete Kreuz auf der Spitze des Kirchendaches korrespondiert mit dem ebenfalls vergoldeten Turmhahn.

Der Türgriff am Hauptportal der Kirche hat die Form eines Raben, da Rabe die Verdeutschung von Corvinus (kleiner Rabe) ist. Corvinus, nach dem die Stöckener Kirche ihren Namen hat, war Mitarbeiter Luthers im Zusammenhang mit der Reformation im Calenberger Land. Wie Corvinus unserer Stadt die Tür zur Reformation öffnete, so öffnet dieser Rabe unserer Gemeinde die Tür zu ihrem Gotteshaus.

Die künstlerische Gestaltung des Innenraumes wird durch die bildhauerische Arbeit des Stuttgarters Elmar Lindner geprägt. Das dreifache Ziegeltonrelief an der Altarwand zeigt die heilige Dreifaltigkeit, sinnbildlich dargestellt im brennenden Dornbusch, in dem sich Gott offenbarte als der Gesetzgeber alles Irdischen (Gott-Vater), in der Dornenkrone als dem Zeichen Gottes, des Erlösers, der durch sein Leiden und Sterben das Gesetz erfüllt hat (Gott-Sohn), in den Flammen des Pfingstfestes, in denen Gott, der Heilige Geist, sich den Jüngern mitteilt (Gott-Heiliger Geist). Dieses Wandrelief sucht eine tiefgründige Beziehung zu dem Altarkreuz aus Keramik, das Christus als Pantokrator (Allbeherrscher) in Verbindung mit Sonne und Mond als Repräsentanten der Welt der Gestirne zeigt.

Der Altar selbst ist - ebenso wie der Taufstein - aus Osterwalder Sandstein (Wesersandstein) gearbeitet. Der Altartisch mit vier Kerzenständern wird durch je zwei kunstvolle Keramikstandleuchten flankiert. Die unmittelbar in der Nähe zu den Kirchenbänken niedrig aufgestellte Kanzel ist mit einer Brüstung aus Lärchenholz versehen. Die Kirchenbänke erlauben auf beiden Seiten der Kirche die Konzentration der Blickrichtung der Gottesdienstbesucher auf die Mitte des Altarraumes.

Die zweimanualige Orgel mit 25 Registern wurde 1964/67 von Orgelbaumeister Detlef Kleuker, Brackwede bei Bielefeld, erbaut. Sie verwendet mechanische Spieltraktur und mechanische Schleifladen. Ihr Prospekt fügt sich organisch in das Innere der Kirche ein. Die Orgel wurde 1996 von der Firma Orgelbau Kötter, Göttingen, renoviert.

Fotos: Wolfgang Schattler









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