Berichte

Datum: Sonntag 02 April 2006 14:45:51




 
     Geburtstagsfeier für ein Zelt aus Stein - 45 Jahre Corvinuskirche
   
von Schattler

Sonntag, 11. Februar 2007: Erinnerung an die Einweihung vor 45 Jahren


Ein markantes Bauwerk im Stadtteil Stöcken ist 45 Jahre alt: Am 11. Februar 1962 wurde der damaligen Corvinusgemeinde in einem Festgottesdienst ihre neue, bis auf den letzten Platz besetzte Kirche übergeben.
Erste Bauplanungen reichen ins Jahr 1925 zurück, bis zur Einweihung des fünfseitigen Neubaus 1962 stand jedoch lediglich ein Kirchsaal im Gemeindehaus als Gottesdienstraum zur Verfügung.



Nun waren zwei Jahre Bauzeit überstanden, der 1955 gegründete Kirchbauverein hatte durch zahlreiche Initiativen für den nötigen finanziellen Grundstock gesorgt, so z.B. durch das bis heute alljährlich stattfindende Kirchbaufest.
In der Corvinuskirche wurde am Sonntag, 11. Februar an die Einweihung vor 45 Jahren erinnert.
Das Fest begann mit einer Kaffeetafel in der Kirche. Als Ehrengast hat Pastor Dr. Werner Merten, von 1958 bis 1992 Pastor an der Corvinuskirche, den zahlreichen Gästen die Zeit des Kirchenbaues auf seine unnachahmlich fesselnde, eindrucksvolle Art nahegebracht. Eine Bilderschau mit Fotos aus der Bauphase illustrierte seine Ausführungen.







Im anschließenden Festgottesdienst, in dem als "Überraschung" der neu gegründete Bläserchor musikalische Akzente setzte, ging Pastorin Eva Hadem auf den Zeltcharakter des Kirchenbaues ein, der auch darauf hinweise, daß die Gemeinde stets in Bewegung sein müsse, ähnlich einem Zelt, das nicht endgültig an einer Stelle aufgestellt, sondern auf Veränderung angelegt sei.





Fotos: Wolfgang Schattler


Gerhard Beyse schreibt über den Jubiläumssonntag:

Am 11. Februar 1962 wurde die Corvinuskirche in Stöcken im Beisein von Landesbischof Dr. Hans Lilje eingeweiht.

Warum eine neue Kirche, obwohl bereits eine, wenn auch bescheidene, Kirche vorhanden war?

Stöcken hatte sich vom dörflichen Vorort zum Industriestandort gewandelt, und so sollte auch in der Kirche genügend Raum für die zuziehenden Menschen geboten werden.

Sollte sich die neue Kirche an historischen Baustilen orientieren oder etwas ganz modernes anbieten?

Der Kirchenvorstand entschied sich, nach eingehenden Gesprächen mit dem Architekten und den Pastoren, für eine moderne Lösung. Dem alten Kirchenraum sollte ein moderner Bau gegenüberstehen, aber doch durch das gleiche Baumaterial (braune Klinker) verbunden sein. Und die neue Kirche sollte durch ihre Zeltform zum Ausdruck bringen, daß das wandernde Gottesvolk unterwegs und noch nicht endgültig festgelegt sei.

Darüber berichtete Pastor i.R. Dr. Merten, 34 Jahre lang Pastor der Corvinusgemeinde und als Vertreter der auftraggebenden Gemeinde beim Baugeschehen, in spannender Weise.

So z.B. von dem aufregenden Tag, als das ganze Betonskelett an einem Tage gegossen wurde, gewissermaßen die Zeltstangen in den Boden gerammt wurden.

Dankbar wurde hervorgehoben, daß sich kein Unglück ereignet hatte und niemand zu Schaden kam.

Die anwesende Gemeinde hörte diesem Bericht gespannt zu, verbanden doch manche diese Ereignisse mit lebendigen Erinnerungen.

Derweil wurden die Zuhörer mit Kaffee und Kuchen gelabt.

Um 18.00 schloß sich ein festlicher Gottesdienst an, geleitet von Pastorin Hadem und Pastor Reh.

In der Predigt unterstrich Pastorin Hadem noch einmal den Gedanken des Aufbruchs, der mit der Neuorganisation der kirchlichen Arbeit in unseren Stadtteilen verbunden ist, und des wandernden Gottesvolkes.

Eine besondere Freude bedeutete, neben der Orgelmusik, die musikalische Mitwirkung eines Ensembles aus Mitgliedern der Bläsergruppe der Medizinischen Hochschule und unserer Kirchengemeinde.

So war es ein froher und bedeutungsvoller Tag!









Dieser Artikel kommt von Ev. Luth. Kirchengemeinde Ledeburg Stöcken
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